Was hat das Osterlamm mit Ostern zu tun?

Informationen rund um das Osterlamm

Die Bedeutung des Osterlamms reicht zurück in die früheste Zeit des Christentums und gilt als Symbol für Jesus Christus. Die Verletzlichkeit und die Unschuld des kleinen weißen Lämmchens stehen stellvertretend für den verletzten, gequälten Jesus, der letztendlich getötet wird. Das weiße Fell steht als Synonym für innere Reinheit und Frömmigkeit. Im Alten Testament bereits war das Lamm ein klassisches Opfertier und wurde in verschiedenen Ritualen Jahwe geopfert, meist auf einem Altar. Damit ist die vorrangige Bedeutung des Osterlamms schon seit Urzeiten vor allem die des Opfers. Das Opferlamm ist aber auch ein jüdischer Brauch: Beim Passahfest der Juden wird des Auszugs aus Ägypten gedacht und das Schlachten des Lamms ist, neben dem Backen ungesäuerten Brots, zentrales Ritual des Festes.

Die Bedeutung des Osterlamms ist vielschichtig

Schon im frühen Mittelalter wurde das Osterlamm als Symbol verwendet
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Im übertragenen Sinn wird Jesus Christus auch heute noch als Lamm Gottes (Agnus Die) bezeichnet. Im Neuen Testament, insbesondere im Evangelium des Johannes, wird die Bedeutung des Lamms klar hervorgehoben. Im christlichen Altertum wurde frisch geschlachtetes Lammfleisch unter den Altar gelegt, um es weihen zu lassen. Zu Ostern war es Brauch, dass die erste Mahlzeit des Auferstehungstages eben dieses geweihte Lammfleisch war. Der Verzehr der geweihten Speise stellte nach den Entbehrungen der Fastenzeit ein bedeutendes Ereignis für die Christen dar.

Wie hat sich die Rolle des Osterlamms im Laufe der Zeit gewandelt?

Bereits im Mittelalter wurde das Lammfleisch allerdings zunehmend durch das Fleisch von Hasen oder Fasanen ersetzt. Heute ist der ursprüngliche Brauch in unseren Breiten deutlich zurückgetreten und wurde durch das gebackene, süße Osterlamm ersetzt. Dieses erfreut sich zunehmender Bedeutung und Beliebtheit. Das häusliche Backen fördert den Zusammenhalt und schafft wieder ein Gemeinschaftsgefühl für die ganze Familie, denn jeder, ob groß oder klein, kann bei der Zubereitung des Osterlämmchens mithelfen. Traditionell erfolgt das Backen am Gründonnerstag. Anschließend wird das gebackene Osterlamm neben Eiern, Wurst, Fleisch und Brot in einem Speisenkorb gelegt und in der Kirche, meist während eines Gottesdienstes, geweiht. Heute finden sich im Speisenkorb meist noch (schokoladene) Osterleckereien für die Kinder, die natürlich ebenfalls gesegnet werden können. Für traditionsbewusste Christen ist das geweihte Osterlamm ein fester, unverzichtbarer Bestandteil des Osterfrühstücks.

Möglicher Inhalt für einen Speisenkorb zu Ostern

An Ostern darf so richtig genascht werden
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Auch in der griechisch-orthodoxen Kirche hat das Osterlamm seine Bedeutung nie verloren. Noch heute sind die Traditionen, Bräuche und Feste rund um das Osterlämmchen ein wichtiges Element der orthodoxen Osterfeierlichkeiten. Seit jeher hat das Osterlamm eine sehr enge Verbindung mit dem Leben, Sterben und Leiden sowie mit der Auferstehung Jesus Christus. Die Bedeutung des Osterlamms ist vielschichtig, führt letztlich aber doch immer wieder auf das Bild der Unschuld, Verletzlichkeit und inneren Reinheit zurück.